Blitzer in Spanien: fest, Abschnittskontrolle, Toleranz und Punkte
Die DGT veröffentlicht, wo ihre festen Blitzer und Abschnittskontrollen stehen, und wendet seit Jahren eine bekannte Toleranzschwelle an, bevor sie ahndet. Dieser Ratgeber erklärt, wie gemessen wird, wo Sie die Standorte finden und welche Bußgelder und Punkte bei welcher Überschreitung drohen.
Das Wichtigste
- Die DGT veröffentlicht ihre Blitzerkarte im Internet und warnt auf der Straße mit Wechselverkehrszeichen und Verkehrsschildern.
- Eine Abschnittskontrolle misst nicht an einem Punkt, sondern berechnet Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen einer Einfahrts- und einer Ausfahrtskamera, die mehrere Kilometer auseinanderliegen.
- Auf den Straßen der DGT liegt die Toleranzschwelle unter 100 km/h bei 7 km/h und darüber bei 7 %, außer bei Radargeräten an Bord von Luftfahrzeugen.
- Gemeinden, der Servei Català de Trànsit und die baskische Dirección de Tráfico legen eine eigene Toleranz fest, die abweichen kann.
- Laut DGT kosten schwere Verstöße 200 € und sehr schwere 500 € mit stets fälligem Punktabzug, die BOE-Tabelle von 2014 nennt jedoch andere Beträge.
Was Sie vor der Abfahrt tun sollten
Wer in Spanien Auto fährt, sollte 3 praktische Dinge wissen. Erstens: Sehen Sie sich die Blitzerkarte an, die die Generaldirektion für Verkehr (Dirección General de Tráfico, DGT) auf ihrer Website veröffentlicht, und achten Sie auf die Abschnittskontrollen entlang Ihrer Route. Zweitens: Achten Sie unterwegs auf Wechselverkehrszeichen und Verkehrsschilder, die eine Geschwindigkeitskontrolle ankündigen. Die DGT stellt sie in ausreichendem Abstand vor dem Blitzer auf. Drittens: Bei einer Abschnittskontrolle zählt Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit über mehrere Kilometer, nicht das Tempo beim Passieren einer Kamera.
Vor allem aber: Verlassen Sie sich nicht auf die Toleranz. Die DGT betont, dass die Limits jederzeit und überall einzuhalten sind.
Welche Blitzerarten Sie antreffen
Laut einem Bericht in der Zeitschrift der DGT gibt es drei große Gruppen.
Feste Blitzer. Die DGT bezeichnet sie als Geschwindigkeitsmessgeräte ohne Bediener. Sie stehen in gepanzerten Kabinen, an Schilderbrücken über der Fahrbahn oder auf Masten am Straßenrand und können bis zu 4 Fahrstreifen überwachen. Aufgestellt werden sie auf Abschnitten mit besonders vielen Unfällen. Laut der Zeitschrift der DGT arbeiten 90 % nach dem Doppler-Prinzip mit elektromagnetischen Wellen, der Rest mit Lasertechnik.
Mobile Blitzer. Das sind Messgeräte mit Bediener. Sie befinden sich in zivilen oder offiziellen Fahrzeugen der Verkehrsabteilung der Guardia Civil und messen aus dem fahrenden oder stehenden Fahrzeug. Eine weitere Variante ist das Radar an Bord von Luftfahrzeugen, etwa im Hubschrauber Pegasus.
Abschnittskontrollen. Sie messen die Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 2 Punkten. Viele befinden sich in Tunneln, die DGT installiert sie aber auch auf Autobahnen, Schnellstraßen und Landstraßen.
Zum Umfang: Laut der Zeitschrift der DGT waren 2005 rund 90 Blitzer in Betrieb, 2010 bereits 300, und im Dezember 2024 betrieb die DGT knapp 800 Geschwindigkeitsmessstellen auf Überlandstraßen.
So funktioniert eine Abschnittskontrolle
Die DGT stellt klar, dass es sich eigentlich nicht um Radargeräte im engeren Sinn handelt, sondern um ein System aus Kameras, die ununterbrochen aufzeichnen:
- Eine Kamera am Anfang des Abschnitts erfasst das Kennzeichen jedes Fahrzeugs. Es gibt eine pro Fahrstreifen.
- Eine baugleiche Kamera am Ende liest das Kennzeichen erneut.
- Die Kameras synchronisieren ihre Uhren jede Sekunde per GPS.
- Ein Computer ordnet gleiche Kennzeichen einander zu, prüft die Durchfahrtszeiten und berechnet die Durchschnittsgeschwindigkeit.
- Liegt der Durchschnitt über dem Limit, sendet das System automatisch Bilder und Daten des Verstoßes zur Bearbeitung der Anzeige.
In Tunneln arbeiten die Kameras wegen der Lichtverhältnisse mit dauerhafter Infrarotbeleuchtung, die das menschliche Auge nicht wahrnimmt. Einen Blitz werden Sie also nicht sehen.
Kontrollierte Abschnitte sind wie andere feste Blitzer mit dem entsprechenden Schild vorab ausgeschildert. Laut der Zeitschrift der DGT sind sie im Schnitt 2 km lang, der längste misst 23 km und liegt auf der Regionalstraße CL615 in der Provinz Palencia. Die DGT erklärt, dass sich das System nicht für Straßen mit vielen Auf- und Abfahrten, Kreisverkehren, Rastplätzen oder wechselnden Limits innerhalb des Abschnitts eignet. Man findet es daher meist auf gleichförmigen Strecken.
Abschnittskontrollen gibt es seit 2010. Die erste ging im Sommer 2010 im Guadarrama-Tunnel in Betrieb, doch die Veröffentlichungen der DGT nennen unterschiedliche Straßen: Eine Reportage vom Dezember 2024 verortet sie auf der Autobahn A-1, eine andere Ausgabe der Zeitschrift auf der A-6. Auch die Zahl der Abschnitte weicht ab: Eine Ausgabe spricht von 64 kontrollierten Abschnitten, die Reportage vom Dezember 2024 von 90 Abschnitten.
Wo die DGT die Standorte veröffentlicht
Die DGT setzt bewusst auf Transparenz. Laut ihrer Zeitschrift veröffentlicht sie die Blitzerkarte auf ihrer Website und warnt auf der Straße mit Wechselverkehrszeichen und Verkehrsschildern in ausreichendem Abstand vor der Kontrolle.
Zudem kündigte die DGT an, auf ihrer Website auch die Abschnitte zu veröffentlichen, auf denen sie verstärkt mit mobilen Radargeräten kontrolliert, zusätzlich zu den bereits bekannten festen Standorten, und dass diese mobilen Geräte für Fahrer sichtbar sein würden. Die damalige DGT-Direktorin María Seguí erklärte, man werde 1.200 Abschnitte auf Landstraßen veröffentlichen, die für das Geschwindigkeitsmanagement als besonders relevant gelten. Ziel ist laut DGT, dass Fahrer sich der unterschiedlichen Art und Schwierigkeit der Straßen bewusst werden und sicherere Routen wählen.
Toleranz und Messfehler
Hier sind 2 Begriffe zu unterscheiden, die auch die DGT klar trennt.
Die Toleranzschwelle
Das ist die Geschwindigkeit, ab der die DGT ahndet. Die DGT hat diese Spanne erstmals in ihrer Geschichte öffentlich gemacht und beziffert:
- 7 km/h, wenn die Geschwindigkeit unter 100 km/h liegt.
- 7 % oberhalb von 100 km/h.
Die Quellen der DGT formulieren das nicht einheitlich. María Seguí spricht von der Fahrzeuggeschwindigkeit unter oder über 100 km/h, die Zeitschrift der DGT dagegen davon, dass die 7 % gelten, wenn das Tempolimit darüber liegt. In der Praxis gilt: Fahren Sie immer unter dem ausgeschilderten Limit.
Laut der Zeitschrift der DGT wenden alle Blitzer, feste wie mobile, diese Schwelle an, außer denen an Bord von Luftfahrzeugen.
Die Messfehlergrenze
Sie beschreibt die Genauigkeit des Geräts. Laut der Zeitschrift der DGT arbeiten feste Blitzer mit einer minimalen Fehlergrenze von nur 1 % und werden jedes Jahr vom Instituto Nacional de Metrología geprüft und geeicht. María Seguí spricht ihrerseits von Geräten, die vom Centro Nacional de Metrología zertifiziert sind und innerhalb strengster gesetzlicher Fehlergrenzen arbeiten.
Allgemeine Tempolimits, die Sie kennen sollten
Die im BOE veröffentlichte allgemeine Straßenverkehrsordnung (Reglamento General de Circulación) legt einige Limits fest, die Reisende in Spanien häufig betreffen:
- Auf Ortsdurchfahrten gilt allgemein 50 km/h für alle Fahrzeuge. Die Gemeinde kann das Limit im Einvernehmen mit dem Straßenbaulastträger mit eigener Beschilderung senken.
- Auf Autobahnen und Schnellstraßen innerorts gilt allgemein 80 km/h. Mit eigener Beschilderung ist mehr möglich, jedoch nicht über die Limits dieser Straßen außerorts hinaus.
- Die Gemeinde kann ausnahmsweise auf Straßen mit nur einem Fahrstreifen je Richtung das Limit mit eigener Beschilderung auf bis zu 50 km/h anheben.
- Auf Ortsdurchfahrten und bestimmten innerörtlichen Straßen dürfen Gefahrguttransporte höchstens 40 km/h fahren.
Dieser Artikel wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 durch das Real Decreto 518/2026 vom 24. Juni geändert. Wer ab diesem Datum reist, sollte vorher den geltenden Text im BOE prüfen.
Die DGT kündigte außerdem ein Projekt an, bei dem Blitzer den Fahrzeugtyp erkennen und das jeweils geltende Limit anwenden. Gehen Sie also nicht davon aus, dass das Pkw-Limit auch für Ihren Transporter oder Ihr Wohnmobil gilt.
Bußgelder und Punkte
Laut Verordnung gelten Geschwindigkeitsüberschreitungen je nach Ausmaß als schwere oder sehr schwere Verstöße nach den Artikeln 76.a) und 77.a) des Verkehrsgesetzes (Ley sobre Tráfico).
Was die DGT angibt
Die DGT fasst die allgemeinen Sanktionen so zusammen:
- Leichte Verstöße: Bußgeld bis 100 €, kein Punktabzug.
- Schwere Verstöße: Bußgeld von 200 €, bei manchen mit Punktabzug.
- Sehr schwere Verstöße: Bußgeld von 500 €, immer mit Punktabzug.
Die DGT weist darauf hin, dass das Bußgeld je nach Schwere der Tat höher ausfallen kann.
Was die BOE-Tabelle von 2014 vorsieht
Die 2014 im BOE veröffentlichte Tabelle legt Stufen je Limit fest. Für die ersten Stufen schwerer Überschreitungen:
- Bei Limit 50 km/h: 51 bis 70 km/h, 100 € ohne Punkte; 71 bis 80 km/h, 300 € und 2 Punkte.
- Bei Limit 90 km/h: bis 120 km/h, 100 € ohne Punkte; über 120 km/h, 300 € und 2 Punkte.
- Bei Limit 120 km/h: moderate Überschreitungen 100 € ohne Punkte; größere 300 € und 2 Punkte.
Diese Beträge stimmen nicht mit den 200 € überein, die die DGT für schwere Verstöße nennt. Prüfen Sie vor Zahlung oder Einspruch den aktuellen Betrag auf der Seite der DGT zu Verstößen und Sanktionen.
Ausnahmen und Sonderfälle
- Hubschrauber Pegasus: Die Toleranz von 7 km/h bzw. 7 % gilt nicht für Radargeräte an Bord von Luftfahrzeugen.
- Katalonien, Baskenland und Städte: Jede Behörde legt ihre eigene Toleranz fest.
- Ampeln auf Ortsdurchfahrten: Laut DGT wurden auf zahlreichen Ortsdurchfahrten Radargeräte und Kameras an Ampeln installiert, um Rotlichtverstöße zu erfassen.
- Neue Abschnittskontrollen: Die DGT kündigte rund 30 neue Abschnittskontrollen an, vor allem auf Landstraßen, als Ersatz für feste Blitzer.
Checkliste vor der Reise
- Blitzerkarte der DGT prüfen und Abschnittskontrollen auf der Route finden.
- Das spezifische Limit Ihres Fahrzeugtyps prüfen, besonders mit Transporter, Anhänger oder Gefahrgut.
- Bei Abschnittskontrollen auf der gesamten Strecke gleichmäßig unter dem Limit fahren.
- In Städten, Katalonien und im Baskenland nicht auf die Toleranz zählen.
- Bei Reisen ab dem 1. Oktober 2026 den geltenden Text der Straßenverkehrsordnung im BOE prüfen.
- Bei einem Bußgeld Betrag und Punkte auf der Website der DGT überprüfen.
Häufige Fragen
Wie funktioniert eine Abschnittskontrolle?
Wo veröffentlicht die DGT die Blitzerstandorte?
Welche Toleranz gilt, bevor ein Bußgeld fällig wird?
Was kostet ein Bußgeld wegen zu schnellen Fahrens?
Gilt die DGT-Toleranz auch in Städten oder in Katalonien?
Quellen
- María Seguí, nuevas medidas de gestión de velocidad (dgt.es)
- Medidas de la DGT para gestionar la velocidad (revista.dgt.es)
- Controles conocidos y transparentes (revista.dgt.es)
- PDF : Micro-informe-radares.pdf (revista.dgt.es)
- Tecnología contra los siniestros (revista.dgt.es)
- María Seguí, nuevas medidas de gestión de velocidad (revista.dgt.es)
- Así funcionan los radares de tramo (revista.dgt.es)
- Qué es un radar de tramo (dgt.es)
- PDF : N-268.pdf (revista.dgt.es)
- Agencia Estatal Boletín Oficial del Estado (boe.es)
- Conoce los tipos de infracciones y sanciones (dgt.es)
- Agencia Estatal Boletín Oficial del Estado (boe.es)
An amtlichen Quellen geprüft am 20. Oktober 2026. Einen Fehler melden
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